Kategorie-Archiv: Konditionierungsanlage

Rheinpfalz – Thema des Jahres 2015

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Die Rheinpfalz hat zur Wahl zum „Thema des Jahres“ aufgerufen. Nominiert ist auch „Pannen an der Staubverarbeitungsanlage von Terrag„. Bis zum 29.12. um 12 Uhr kann man schriftlich oder per Mail seine Favoriten wählen.

Für uns wäre es schlecht, wenn dieses Thema gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Auseinandersetzungen mit der Firma Terrag als unbedeutend dastehen würde.

Deshalb sollten wir uns möglichst alle an der Abstimmung beteiligen. Macht bitte auch Bekannte und Freunde darauf aufmerksam. Vorgefertigte Stimmzettel finden sich in der  Rheinpfalz vom 19. Dez. 2015.  Am einfachsten ist die Abstimmung auch per Mail an redzwe@rheinpfalz.de.

Man braucht in der Mail nur seine Adresse und das Thema anzugeben und gewinnen kann man auch noch etwas…

Eure BI

BI Mörsbach begrüßt die Entscheidung der SGD Süd und kritisiert erneut die Informationspolitik der Terrag

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„Die Vorkommnisse der letzten  Zeit haben gezeigt, dass die Anlage nicht richtig arbeitet und störanfällig ist“, nimmt Dennis Nizard, Vorsitzender der Bürgerinitiative Mörsbach, Stellung zu den aktuellen Geschehnissen rund um die Konditionierungsanlage. Mindestens drei Störfälle, die sämtlich von Mörsbacher Bürgern entdeckt wurden, führen die Aussagen der Terrag GmbH über die angeblich so zuverlässige und emissionsfreie „modernste Anlage“ ad absurdum. „Man darf nicht vergessen, dass die Anlage erst seit etwas über einem Jahr in Betrieb ist und schon solche Mängel aufweist.“, so Nizard weiter. Wenn in dieser kurzen Zeit bereits ein Leck im Stahl entstanden sei, könne man daraus schließen, dass das Konstruktionsmaterial nicht den täglichen  Belastungen gewachsen sei.
Die aktuellen Aussagen Herrn Immelsbergers, eine Staubemission im Rahmen der üblichen Wartung sei unvermeidbar, stehen im deutlichen Widerspruch zu früheren Bekundungen, die Anlage arbeite als geschlossenes System nahezu emissionsfrei.

Nizard rügt in diesem Zusammenhang auch erneut die Informationspolitik des Betreibers, der wieder einmal erst reagierte, als eine Stellungnahme unvermeidbar wurde.

Bei dem vorzulegenden neuen Betriebskonzept kann es deshalb nicht nur um kleinere Veränderungen gehen; technische und organisatorische Gegebenheiten müssen grundlegend verbessert werden! Außerdem muss der Firma die Pflicht auferlegt werden, künftig außergewöhnliche Vorfälle unverzüglich der Behörde selbst zu melden.

Wer bis jetzt die Aussagen der BI für Übertreibungen gehalten hat, muss nun eingestehen, dass im Rechenbachtal theoretische Sicherheitskonzepte und tatsächliche Vorgänge weit auseinanderklaffen. Wir fordern deshalb den Stadtrat, die SGD und das Umweltministerium auf, Sicherheit und Kontrollen auf dem Gelände der  Zweibrücker Deponie grundlegend zu überdenken. Es darf nicht abgewartet werden, bis noch Schlimmeres passiert.

„Es darf nicht mehr stauben“

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Behörden legen Terrag-Anlage still und fordern neues Betriebskonzept – Betreiber widerspricht nicht

Die Firma Terrag muss ein neues Betriebskonzept für das Silosystem ihrer Staubverarbeitungsanlage auf der Deponie im Rechenbachtal erstellen. Bis dahin ist die Anlage stillgelegt.
Die entsprechende Anordnung hat gestern die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) verfügt, wie Sprecherin Nora Schweikert auf Anfrage mitteilte. „Der Anlagenbetrieb hat ab sofort zu ruhen. Er darf erst wieder aufgenommen werden, wenn die SGD dem Betriebskonzept zugestimmt hat“, so Schweikert. Am Donnerstag vergangener Woche und am Dienstagmittag sind aufgrund eines Lecks an Siloturm vier und bei der Untersuchung der Anlage Staub ausgetreten (wir berichteten gestern und am Dienstag). Die Anordnung ist eine Folge dieser Vorfälle.

Das neue Betriebskonzept, das Terrag der Behörde vorlegen muss, soll sicherstellen, dass kein Staub mehr entweichen kann. Betroffen ist nicht die gesamte Anlage, sondern nur Silosystem, Füllleitungen und Filteranlagen.Terrag wird laut Sprecher Hubert Immesberger die Anordnung akzeptieren. „Wir sind ja selbst daran interessiert, dass die Anlage besser funktioniert und solche Vorfälle nicht mehr vorkommen “, sagte Immesberger.

Das Konzept werde sofort erstellt, „denn wir wollen so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen“, so der Sprecher. Wie lange die Anlage außer Betrieb bleibt, könne er zum jetzigen Zeitpunkt schwer sagen. Auch der wirtschaftliche Schaden sei aktuell noch nicht abzuschätzen, allerdings komme das Wetter dem Betreiber sehr gelegen. „Durch das tolle Wetter fällt im Moment in den Heizkraftwerken nicht so viel Material an. Im Winter wäre das anders“, erläutert der Terrag-Sprecher. (mco)

Quelle: Rheinpfalz vom 23. Juni 2015

Konditionierungsanlage abgeschaltet

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Pfälzischer Merkur vom 22. Juli 2015

Die Bürgerinitiative Mörsbach ist empört: Erneut ist gestern Industriestaub aus der Konditionierungsanlage auf dem Deponiegelände ausgetreten. Nicht viel, und ein bei Sicherheitskontrollarbeiten unvermeidlicher Vorgang, entgegnet Betreiber Terrag. Er räumt aber einen Verstoß beim Arbeitsschutz ein. Die SGD Süd prüft die Vorfälle.

Erneut haben gestern Augenzeugen eine braune Wolke beobachtet, die aus der Konditionierungsanlage auf der Zweibrücker Mülldeponie ausgetreten ist. Außerdem wurde gegen Arbeitsschutzbestimmungen verstoßen. Bereits letzten Donnerstag war eine Staubwolke ausgetreten (wir berichteten). Nach dem neuen Vorfall schaltet Betreiber Terrag die Anlage auf Bitten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd bis auf Weiteres ab. Terrag-Sprecher Hubert Immesberger mailte um 17.07 Uhr: „Die SGD Süd hat gebeten, den Betrieb der Konditionierungsanlage vorläufig so lange ruhen zu lassen, bis eine schriftliche Stellungnahme der Behörde zu den aktuellen Ereignissen vorliegt. Terrag entspricht diesem Wunsch, ohne Prüfung rechtlicher Einspruchsmöglichkeiten. Wir gehen davon aus, dass die Stellungnahme in wenigen Tagen vorliegt.“ Die Neustädter Behörde war danach für Rückfragen nicht mehr erreichbar.

Julia Igel, stellvertretende Vorsitzende der deponiekritischen Bürgerinitiative Mörsbach, hatte um kurz nach drei dem Merkur gesagt: „Ich bin heute um 12.35 Uhr an der Konditionierungsanlage vorbeigefahren. Da quoll schwungartig eine braune Wolke heraus.“ Sie sei näher herangefahren und habe ihr Handy zum Fotografieren herausgeholt, doch da sei der Industriestaub bereits nahe der Anlage zu Boden gesunken.

Die braune Wolke ist nicht das Einzige, was die Ärztin entsetzt hat: „Zwei Arbeiter waren auf einem Silo-Dach, eine der Silo-Klappen dort war offen. Und das während des laufenden Betriebs, unten an den Silos standen Laster. Ich habe keine Schutzausrüstung der Arbeiter gesehen, die trugen nicht mal einen Mundschutz!“

Igel ärgert sich: „Da sind definitiv mal wieder Vorschriften nicht beachtet worden!“ Repariert worden sei der vorige Woche deutlich gewordene Defekt doch schon am Montag, erinnerte Igel an die Terrag-Aussage im Merkur. Igels Fazit: „Nach dem schwarzen Schnee ist das jetzt schon das dritte Mal innerhalb weniger Monate, dass Staub austritt. Da können wir als Bürgerinitiative nur sagen: Es reicht! Die Zuverlässigkeit der Anlage oder des Betreibers kann man wohl vergessen.“

Terrag-Sprecher Immesberger sieht dagegen keinen Grund zur Beunruhigung. Im Gegenteil – die gestrigen Arbeiten dienten der Sicherheit. Nach dem durch einen kaputten Anschlussstutzen bedingten Staubaustritt unten an der Füllleitung letzten Donnerstag kontrolliere Terrag nun die gesamte Anlage, um sicherzugehen, dass nun alles wieder einwandfrei funktioniert. „Die Arbeiter auf dem Silo-Dach haben heute Filterklappen geöffnet, um die Filter zu kontrollieren. Die sieht man von außen ja nicht. Es ist unvermeidlich, dass dabei ein bisschen Staub austritt. Große Mengen können das aber nicht sein!“ Selbstverständlich sei der kontrollierte Silo-Turm nicht befüllt worden: „Da bläst keiner unter Druck Zeug rein, wenn oben gearbeitet wird!“ Wie war gestern das Kontroll-Ergebnis? Immesberger: „Es war weitgehend in Ordnung. Aber wir machen in den nächsten Tagen weitere Kontrollen, da wir ja insgesamt vier Silos haben. Wenn es so einen Vorfall wie vergangene Woche gegeben hat, schauen wir uns die ganze Anlage an.“

Korrekt sei leider die Beobachtung, dass die Arbeiter keine Schutzausrüstung trugen: „Das müssten die eigentlich tun. Bei 35 Grad haben die offensichtlich selbst entschieden, das nicht zu tun. Das geht natürlich nicht. Wir achten künftig verstärkt darauf!“

Nachdem Igel mehrere Mörsbacher über den Vorfall gestern informiert hatte, wurde eine anonyme Anzeige bei der Gewerbeaufsicht gegen Terrag erstattet. Die sowohl für Arbeitsschutz als auch die Anlagen-Genehmigung zuständige SGD Süd bestätigte am Nachmittag den Eingang einer Anzeige. Terrag habe bereits eine Stellungnahme zu dem Filterwechsel abgegeben (inhaltlich genau wie gegenüber unserer Zeitung). „Wir werden diese Informationen prüfen“, kündigte SGD-Sprecherin Nora Schweikert an. Ein Vertreter der Gewerbeaufsicht fahre heute zu der Konditionierungsanlage.

Quelle: Pfälzischer Merkur vom 22. Juli 2015

Terrag-Anlage: Betrieb wird vorerst eingestellt (Rheinpfalz)

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Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd hat in ihrer Funktion als Kontrollbehörde die Terrag AG gebeten, den Betrieb der Staubverarbeitungsanlage auf der Deponie im Rechenbachtal bei Mörsbach vorerst ruhen zu lassen. „Terrag entspricht diesem Wunsch, ohne Prüfung rechtlicher Einspruchsmöglichkeiten“, informierte Sprecher Hubert Immesberger gestern Abend.

Nachdem gestern Mittag nach Unternehmensangaben erneut eine kleinere Menge Staub aus einem Silo entwichen ist, soll der Betrieb ruhen, bis eine schriftliche Stellungnahme der Behörde zu den aktuellen Ereignissen vorliege.

Wie Immesberger mitteilt, wurde die Anlage nach dem Vorfall am Donnerstag vergangener Woche (wir berichteten gestern) gestern auf weitere Schwachstellen untersucht. Dabei habe ein Mitarbeiter die Filtereinheit eines Silos geöffnet, was unvermeidbar zum Austreten kleinerer Staubmengen führe. Dies habe eine Frau aus Mörsbach bemerkt und den Vorfall gemeldet. Immesberger weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um einen Betriebsfehler handele und die Anlage in den nächsten Tagen weiter unter die Lupe genommen werde.

Am vergangenen Donnerstag sind aus einem Leck an Silo vier nach Angaben von Terrag geringe Mengen Staub ausgetreten. Die undichte Stelle sei bereits von einer Fachfirma repariert worden.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion will sich von dieser Firma Nachweise schicken lassen, wie der Schaden behoben wurde. Das teilte die Behörde gestern auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit. Ein Bußgeld oder schärfere Kontrollen habe Terrag für diesen Vorfall nicht zu befürchten. „Das war kein Betriebsfehler, sondern etwas, das einfach vorkommen kann. Zudem hat Terrag gleich reagiert“, so Behördensprecherin Nora Schweikert. (mco)

Quelle: Rheinpfalz vom 22. Juli 2015

Staubwolke über der Deponie

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Pfälzischer Merkur vom 21. Juli 2015

Vergangene Woche ist zum zweiten Mal Staub aus der Konditionierungsanlage auf dem Gelände der Deponie Rechenbachtal entwichen. Verantwortlich war dieses Mal laut Betreiber ein Leck in einem der Silos.

Wie die Beobachter der Papstwahl gebannt auf den Schornstein der Sixtinischen Kapelle blicken, so blicken die Mörsbacher auf die Silotürme der Konditionierungsanlage auf dem Gelände der Mülldeponie. In Rom heißt es bei weißem Rauch „habemus papam“ („Wir haben einen Papst“), in Mörsbach bei Rauch jedweder Farbe „Wir haben einen Störfall“. Der zweite wurde am Donnerstag vergangener Woche dokumentiert. Von der Bürgerinitiative Mörsbach (BI), nicht vom Betreiber Terrag, ärgert sich der BI-Vorsitzende Dennis Nizard: „Von denen kam gar nichts.“ Unschöne Erinnerungen an den schwarzen Schnee vom Januar wurden wach: Damals hatte es einen Monat gedauert, bis Terrag eingeräumt hatte, für die Verschmutzung verantwortlich zu sein (wir berichteten).

Der vergangene Woche beobachtete bräunliche Staub wurde laut Nizard „in kurzen Intervallen wiederholt von einem der Silotürme der Konditionierungsanlage ausgestoßen“. „Zeitnah“ habe Ortsratsmitglied Friedel Jost am Freitag bei Terrag nachgefragt, bis Montagmorgen jedoch keine zufriedenstellende Antwort bekommen. Daraufhin schickte die BI eine Anfrage an die zuständige Aufsichtsbehörde, die SGD Süd. Die forderte eine Stellungnahme von Terrag und bekam sie. Das Unternehmen, heißt es darin, sei am Freitagmorgen um 10.47 Uhr „über einen möglichen Staubaustritt an der Konditionierungsanlage vom Vortag informiert“ worden. Daraufhin habe man „umgehend und wiederholt“ alle Rohrleitungen und Filter kontrolliert – zunächst ergebnislos. Nach Betriebsschluss habe der Anlagenführer dann die Silos von oben noch einmal intensiv untersucht, mit dem Ergebnis, dass er „am Silo 4 unterhalb des Anschlussflansches der Füllleitung ein sehr kleines, verkrustetes Leck entdeckte“. Dieses sei zum Zeitpunkt der Befüllung „durch verklumpte Staubpartikel“ verschlossen und damit dicht gewesen. Erst, als die Restluft aus einem Silofahrzeug mit höherem Druck ins Silo geblasen wurde, so die Theorie bei Terrag, sei das Leck geöffnet worden. Da beim eigentlichen Befüllen kein Austritt beobachtet werden konnte und die Filtersysteme „technisch einwandfrei“ arbeiteten, sei davon auszugehen, „dass nur sehr geringe Mengen an Staub in die Umgebung gelangt sein können“.

Der kaputte Anschlussstutzen wurde lauf Terrag am Montagmorgen ausgetauscht. Das Silo sei während dieser Zeit nicht in Betrieb gewesen. Vorsorglich soll jetzt eine Kamera zur Beobachtung der Silodächer installiert werden, die auf den Bildschirm im Leitstand geschaltet wird. Die SGD Süd will sich laut Sprecherin Nora Schweickert von der Fachfirma Nachweise vorlegen lassen, dass die Leckage tatsächlich fachgerecht beseitigt wurde.

Quelle: Pfälzischer Merkur vom 21. Juli 2015

Ein Leck in Silo 4 – Rheinpfalz vom 21. Juli 2015

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Aus der Terrag-Anlage bei Mörsbach entweicht Staub – Gestern Stutzen getauscht

Aus einem Leck der Konditionierungsanlage von Terrag am Eingang der Deponie ist vergangene Woche Staub ausgetreten. Das bestätigte die Firma gestern. Eine Gefahr für Mitarbeiter und Nachbarn habe nicht bestanden.

Ein Mörsbacher Bürger habe Terrag am Freitag gegen 10.45 Uhr informiert, dass möglicherweise am Vortag Staub aus der Anlage ausgetreten ist. Terrag habe sofort mehrmals alle Rohrleitungen und Filter kontrolliert – zunächst ergebnislos, so Sprecher Hubert Immesberger. „Nach Betriebsschluss hat der Anlagenführer dann die Silos von oben nochmals intensiv untersucht. An Silo 4 entdeckte er unterhalb des Anschlussflanschs der Füllleitung ein sehr kleines, verkrustetes Leck.“ Es war zum Zeitpunkt der Befüllung durch verklumpte Staubpartikel verschlossen.

Terrag nennt als wahrscheinliche Ursache für den Staubaustritt, dass die Restluft aus einem Silofahrzeug manchmal stoßweise in das Silo geblasen wird. Dabei könne es kurzfristig zu höheren Drücken kommen, als bei der normalen Förderung von Material. Beim regulären Befüllen habe kein Austritt beobachtet werden können. Die Filtersysteme arbeiteten technisch einwandfrei, so Terrag. Es seien wohl nur geringe Mengen an Staub in die Umgebung gelangt.

Noch am Freitag erhielt eine Fachfirma den Auftrag, die Leckage zu beseitigen. Gestern wurde dann der Anschlussstutzen ausgetauscht. Das Silo war während dieser Zeit nicht in Betrieb. Vorsorglich soll jetzt eine Kamera zur Beobachtung der Silodächer installiert werden. Der Leitstand kann dies überwachen. (ts)

Quelle: Rheinpfalz vom 21. Juli 2015

Staubaustritt an Konditionierungsanlage – Anfrage an die SDG Süd

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am Donnerstag, 16.7., ca. 9:30 Uhr, fiel Mörsbacher Bürgern bräunlicher Staub auf, der in kurzen Intervallen wiederholt von einem der Silotürme der Konditionierungsanlage ausgestoßen wurde.

Aufgrund der technischen Beschreibung der Anlage (s. Antrag auf Änderung der Konditionierungsanlage, Anlagen und Betriebsbeschreibung, Seite 5, Abs. 2.2 und 3) sollte die Emission solcher Staubmengen nicht möglich sein, da jedes Silo über einen eigenen Polyester-Nadelfilz-Kompaktfilter verfügt, durch den beim Einblasen der Abfallstäube die ausströmende Luft gereinigt wird. Sollte einer dieser Filter reißen, sind je zwei Kompaktfilter zusätzlich gesichert durch einen nachgeschalteten Sammelfilter („Polizeifilter“).

Eine zeitnahe Anfrage an die Firma Terrag ist am Freitag, den 17.7.15, durch das Ortbeiratsmitglied Friedel Jost erfolgt, bislang ohne zufriedenstellende Antwort.

Wie ist also die beobachtete Staubemission technisch erklärbar? Hat sich aufgrund zu großen Druckes das Notventil (Silobaromat) geöffnet? Wurde die weitere Silo-Befüllung nicht sofort gestoppt? Falls geschehen, warum kam es so kurz nach dem letzten Filterwechsel zum Versagen von beiden Filtersystemen?

Ist es richtig, dass der reguläre Deponiebetrieb (z.B. Annahme Bauabfallstoffe) zeitweise beeinträchtigt war?

Aufgrund der uns bekannten mehrfach gesicherten Abluft-Reinigung muss für die wiederholte Emission deutlich sichtbarer Staubmengen eine gravierende Verkettung mehrerer Fehler in der Anlagenfunktion- oder bedienung vorgelegen haben.

Eine zeitnahe und umfassende Information erscheint wichtig, insbesondere, da das katastrophale Informationsmanagement des Störfalles im Februar viel Vertrauen verspielt hat und zwei Störfälle innerhalb so kurzer Zeit nicht gerade für die Zuverlässigkeit der Anlage des Betreibers sprechen.

Schleuse endlich in Betrieb

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Die Konditionierungsanlage der Firma Terrag wurde vor einigen Wochen mit Schleusentoren nachgerüstet, die das Verwehen von Stäuben deutlich vermindern soll.

Die Kosten dafür beziffert Terrag mit ca. 100.000 Euro. Diese unserer Meinung nach sehr sinnvolle und längst überfällige Installation ging Ende April in Betrieb und sollte zu einer spürbaren Reduktion der Staubbelastung beitragen.

Begründet wurde die Nachrüstung mit massiven Protesten der Anwohner und ist somit ein Erfolg der Bürgerinitiaive Mörsbach.

Quelle: Pfälzer Merkur vom 23.04.2015

Terrag: Filterwechsel nur noch mit externer Kontrolle

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Wie dem nachfolgenden Artikel zu entnehmen ist, wird die Firma Terrag den Filterwechsel in Zukunft nur noch unter Kontrolle einer externen Fachfirma durchführen lassen.

Welche Firmen den Filterwechsel durchführen ist leider nicht bekannt, ebensowenig der Zeitplan der Filterwechsel.

Wir hoffen nun, dass bei einem erneuten Wechsel der Filter das Umland nicht nochmal mit Staub belastet wird und die Bürger ohne Angst an der Deponie vorbei können.

„Die Entsorgungsfirma Terrag hat der Aufsichtsbehörde SGD Süd mitgeteilt, wie sie in Zukunft verhindern will, dass Staub aus ihren Anlagen auf der Mülldeponie Zweibrücken-Mörsbach in die Luft entweicht. Nach Angaben eines Firmensprechers wird der Wechsel eines Aschefilters ab sofort unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Dazu gehöre, dass eine Fachfirma den Vorgang kontrolliere und eventuell austretende Asche abgesaugt würde. Die SGD hat das neue Vorgehen genehmigt. Im vergangenen Winter war aus einer Wiederaufbereitungsanlage von Terrag Staub entwichen. Er hatte Schnee schwarz gefärbt, was Anwohner beunruhigte.“

Quelle: SWR via Pirmasens Aktuell

 

BI fordert umfangreiche Aufklärung

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20. März 2015

Nach den Presseverlautbarungen der Firma Terrag fordert die Bürgerinitative Mörsbach die SGD Süd auf, die Vorgänge um den „schwarzen Schnee“ nahe der Konditionierungsanlage im Bezug auf die freigesetzte Staubmenge, die genauen Ursachen und erforderliche Konsequenzen gründlich zu untersuchen.

Wie im Gutachten ausgewiesen, wurde ein Geländestreifen von mindestens 50 Meter Breite und 150 Meter Länge nachhaltig verschmutzt. In 15 Metern Abstand von der Anlage wurden 70,9 Gramm pro Quadratmeter, in 55 Metern Entfernung noch 7,2 Gramm pro Quadratmeter nachgewiesen. Berechnet man aus dem arithmetischen Mittel dieser beiden Werte die Menge nur für die ersten 55 Meter so ergibt sich (55 x 50 x 39,05 g) ein Wert von 107,38 Kilogramm. Selbst wenn man diese Werte nur auf einen Kernstreifen von 30 Metern Breite bezieht, ergibt sich (55 x 30 x 39,05 g) eine Staubmenge von 64,4 Kilogramm allein für zirka ein Fünftel der betroffenen Fläche.

Folglich handelt es sich bei den Ablagerungen nicht um einige entwichene Partikel, sondern die Gesamtmenge liegt in jedem Fall deutlich über einem Zentner.

Auch der Schadstoffeintrag ist durchaus nicht so unbedeutend, wie die Firma Terrag dies darstellt. Der Schwermetallgehalt des Bodens wurde durch die Staubwolke mit Sicherheit erhöht. So wurde durch diesen einzigen Vorfall ein hoher Prozentsatz der Schadstoffe, die laut Bundesbodenschutzverordnung während eines ganzen Jahres auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht werden dürfen, verstreut. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die betroffenen Flächen noch weiteren mit der Deponie verbundenen Sonderbelastungen wie Schlackenbearbeitung, Schwerlastverkehr usw. ausgesetzt sind.

Es ist dringend notwendig, die Ursachen des Vorfalls festzustellen und diese abzustellen. Gleichgültig, ob ein Staubausstoß in dieser Menge einmalig bei einem Filterwechsel oder im Normalbetrieb über einen längeren Zeitraum erfolgte, ob er mutwillig vertuscht oder gleichgültig hingenommen wurde: Nur dem Schnee ist es zu verdanken, dass er dieses Mal von Außenstehenden bemerkt werden konnte.

Wenn alles so korrekt war, wie die Firma Terrag dies darstellt und wenn kein Anlass zur Veränderung besteht, dann muss in Zukunft jeder Jogger, Spaziergänger oder Bundeswehrsoldat, der die Straße vor der Deponie passiert, damit rechnen, einer schadstoffhaltigen Staubdusche von etwa 70 Gramm pro Quadratmeter ausgesetzt zu sein. Es besteht deshalb für die Aufsichtsbehörden dringender Handlungsbedarf.

Staub- und Schlackeniederschläge

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[Update vom 20.02.2015]

Nachdem die BI den Vorfall der SGD Süd gemeldet hatte, wurden umgehend Bodenproben seitens der SGD Süd und dem Betreiber der Deponie, UBZ, entnommen. Die Ergebnisse der Proben stehen noch aus. Ob es sich tatsächlich um verwehte Schlacke handelt, steht noch nicht fest. Zwischenzeitlich hat der Betreiber der Konditionierungsanlage, Firma Terrag, mitgeteilt, dass erstmalig die Filter der Konditionierungsanlage gewechselt wurden. Ob ein Zusammenhang zu dem verschmutzten Schnee besteht, konnte noch nicht geklärt werden.

Aufmerksame Bürger aus Mörsbach haben die BI Mörsbach am heutigen Sonntag 8. Februar 2015 auf eine großflächige Verschmutzung rund um die Deponie hingewiesen. Nach näherer Betrachtung geht die BI davon aus, dass es sich bei der Verschmutzung um Stäube oder Schlacke handelt, die von der angrenzenden Deponie auf die Felder getragen wird. Durch den derzeit dort liegenden Schnee wird das Ausmaß dieser Verunreinigung besonders deutlich.

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Presseerklärung vom 23. Juni 2014

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Gespräche zwischen der Terrag GmbH und der Bürgerinitiative Mörsbach bleiben ergebnislos.

Nach dem vorläufigen Rückzug des Antrags der Firma Terrag auf Erweiterung der Konditionierungsanlage um gefährliche Stäube Ende Februar, war von der Betreiberfirma und der Bürgerinitiative Mörsbach Gesprächsbereitschaft signalisiert worden, insofern, dass ein neuer Antrag erst nach Gesprächen mit der BI Mörsbach erfolgen solle.

Die Terrag GmbH ermöglichte den Mitgliedern der BI in den letzten Tagen eine ausführliche Besichtigung der gesamten Anlage.

Doch auch nach der Besichtigung der Konditionierungsanlage ist die große Mehrheit der Initiative der Meinung, dass die Verarbeitung gefährlicher Stäube am Standort Rechenbachtal nicht erfolgen sollte.

Die Angst der Bürger, dass flüchtige Stoffe der Anlage entweichen oder im Haveriefall die Schutzmassnahmen unzureichend sind und Stäube verarbeitet werden, die die Grenzwerte überschreiten, ist nach wie vor zu groß.

Daher hat sich die Bürgerinitiative mit einer großen Mehrheit gegen die Fortführung weiterer Gespräche und ein mögliches Mediationsverfahren ausgesprochen, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Ein Mediationsverfahren setzt mögliche Kompromisse beider Seiten voraus. Da die BI aber der Ansicht ist, dass die jetzt schon vorhandene Gesamtanlage, mit allen geplanten Ergänzungen, im Rechenbachtal aufgrund ihrer Nähe zu Anwohnern, überdimensioniert ist, kann diesbezüglich keine Kompromisslinie gefunden werden.

2. Die BI schließt sich damit der Meinung verschiedener kommunalpolitischer Gremien und namhafter Politiker Zweibrückens an, dass es eine Verarbeitung gefährlicher Stäube auf der Deponie Rechenbachtal nicht geben sollte. Sowohl der Ortsbeirat Mörsbach hatte sich in der Sitzung am 17.2.2014 gegen die Verarbeitung gefährlicher Stäube auf dem Gelände der Rechenbach-Deponie ausgesprochen, wie im Verlauf auch OB Pirmann, Herr Rimbrecht (SPD), die Grünen und die CDU-Fraktion Mörsbach.Unsere Gesprächsbereitschaft bezieht sich allerdings weiterhin auf mögliche Verbesserungen der bestehenden Ablage.

3. Auch nach ausführlicher Beratung erscheinen uns die eingesetzten Filtersysteme unzureichend, um Gefahren von der Bevölkerung abzuhalten.

4. Die Bürgerinitiative kreidet den verschiedenen Gremien und Behörden und auch der Firma Terrag die Salamitaktik der letzten Jahre an und sieht darin einen erheblichen Vertrauensbruch. In der Genehmigung gefährlicher Stäube verarbeiten zu dürfen, befürchtet die BI die Basis für weitere problematische Aktivitäten.

5. Die BI prüft außerdem weiterhin den juristischen Hintergrund, mehrere Anlagen auf einem Deponiegelände nach dem vereinfachten BImSch-Verfahren zu genehmigen. In den Augen der BI können nicht wahllos mehrere Anlagen innerhalb kurzer Zeiträume nach diesem vereinfachten Verfahren genehmigt werden.

6. Für alle abfallverarbeitenden Unternehmen ist nicht sicher nachvollziehbar, ob nicht zulässige Abfallarten von Anliefer-Firmen untergemischt werden. Die Anlieferer wickeln den Entladeprozess der Stäube an der Konditionierungsanlage komplett selbstständig ab. Eine direkte Kontrolle vor Einlieferung der Stäube findet nicht statt.

Terrag zieht Antrag zurück!

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Da der uns vorliegende Antrag der Firma Terrag GmbH am 18.02.2014 offiziell zurückgezogen wurde, müssen wir unsere Forderungen überarbeiten.

Nach der nächsten Sitzung der Bürgerinitiative finden Sie hier wieder die Ausformulierung unserer Forderungen.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis!