Will die Firma Terrag jetzt auch Stäube mit Dioxinen verarbeiten?

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Laut SGD Süd hat die Firma Terrag (Konditionierungsanlage) einen Änderungsantrag zur Verarbeitung gefährlicher Stoffe gestellt.

Zu finden ist der Antrag auf der Webseite der SGD Süd unter Öffentlichkeitsbeteiligung/Bekanntmachungen mit dem Titel: „Zweibrücken – Förmliches Genehmigungsverfahren nach §§ 10 und 16 Bundes-Immissionsschutzgesetz für die Änderung der Konditionierungsanlage für staubförmige Abfälle am Standort Abfallwirtschaftszentrum Rechenbachtal„.

Der Antrag kann u.a. auch in der Stadtverwaltung Zweibrücken, Herzogstraße 1, 66482 Zweibrücken (Zimmer 125 im 1. OG) bis zum 17. August 2016 eingesehen werden.

Nachfolgend die Liste der zu verarbeitenden Stoffe. Wir möchten darauf hinweisen, dass die neuen Abfallschlüssel es auch erlauben, Stäube mit Quecksilber, Dioxin, PCB etc. zu verarbeiten. In Anbetracht der exponierten Lage und der schon früher aufgetretenen Unfälle (Stichwort: Schwarzer Schnee) lehnen wir die Änderungen entschieden ab.

Liste der neu zu verarbeitenden Stoffe:

Abfallschlüssel – Bezeichnung nach der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) – Input

10 01 14* – Rost- und Kesselasche, Schlacken und Kesselstaub aus der Abfallmitverbrennung, die gefährliche Stoffe enthalten

10 01 16* – Filterstäube aus der Abfallmitverbrennung, die gefährliche Stoffe enthalten
Bei der Mitverbrennung von Abfällen enthalten die meist in Gewebe- und Elektrofiltern abgeschiedenen, feinkörnigen Filterstäube Schwermetalle und deren Verbindungen, die überwiegend als leicht lösliche Salze vorliegen. Dies sind insbesondere Chloride, Bromide oder Sulfate sowie flüchtige Schwermetalle in elementarer Form, z. B. Quecksilber. In kälteren Zonen kann es zur Bildung organischer Chlorverbindungen (Dioxine, Chlorbenzole, PCB) kommen. Die organischen Schadstoffe liegen im Allgemeinen nicht in gefahrenrelevanter Konzentration vor. Der Abfall ist aufgrund der Schwermetallgehalte insbesondere an Cadmium, Nickel, Kupfer und Zink als umweltgefährlich einzustufen.

19 01 11* – Rost- und Kesselaschen sowie Schlacken, die gefährliche Stoffe enthalten
Aschen und Schlacken aus der Müllverbrennung können Schwermetallverbindungen in Form von Oxiden, Carbonaten, Sulfaten und Chloriden enthalten. In höheren Oxidationsstufen der Schwermetalle sind im Allgemeinen nur noch Oxide und Chloride anzutreffen. Organische Verbindungen weisen hohe Zerstörungsraten von bis zu 98 % auf und sind daher in Schlacken nicht in relevanten Mengen zu erwarten. Aufgrund der Blei-, Cadmium-, Kupfer- und Zinkgehalte wird der Abfall als umweltgefährlich eingestuft. Liegen Nickelgehalte über 1 %, kann der Abfall auch giftig sein.

19 01 13* – Filterstaub, der gefährliche Stoffe enthält
Die partikelförmigen Bestandteile der Rauchgase werden in Filteranlagen als Filterstäube abgeschieden. Filterstäube enthalten unter Anderem Schwermetalle und Schwermetallverbindungen, meist als leicht lösliche Salze. Die Schwermetallverbindungen liegen insbesondere als Chloride, Bromide, Sulfate oder Oxide vor. Flüchtige Schwermetalle, z. B. Quecksilber, können auch elementar in Filterstäuben vorkommen. In kälteren Zonen kann es zur Bildung organischer Chlorverbindungen (Dioxine, Chlorbenzole, PCB) kommen. Die organischen Schadstoffe liegen im Allgemeinen nicht in gefahrenrelevanter Konzentration vor. Der Abfall ist aber aufgrund der Schwermetallgehalte insbesondere an Blei, Cadmium, Kupfer und Zink als umweltgefährlich einzustufen.

19 01 15* – Kesselstaub, der gefährliche Stoffe enthält
Kesselstäube entstehen durch Ablagerungen fester Staubpartikel im Kesselbereich, die regelmäßig entfernt werden. Kesselstäube haben im Allgemeinen eine ähnliche Zusammensetzung wie Filterstäube und enthalten Schwermetalle und deren Verbindungen in relevanten Konzentrationen, z. B. Chloride, Bromide, Sulfate und Oxide sowie Quecksilber. In kälteren Zonen kann es zur Bildung organischer Chlorverbindungen (Dioxine, Chlorbenzole, PCB) kommen. Die organischen Schadstoffe liegen im Allgemeinen nicht in gefahrenrelevanter Konzentration vor. Der Abfall ist aufgrund der Schwermetallgehalte insbesondere an Blei, Cadmium, Kupfer und Zink als umweltgefährlich mit R51/53 einzustufen. Aufgrund der Zink- und Cadmiumgehalte ist der Abfall auch umweltgefährlich mit R50/53.

Abfallschlüssel – Bezeichnung nach der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) –  Output
19 03 06* als gefährlich eingestufte verfestigte Abfälle
Die Einstufung dieser Abfallart hängt von den als gefährlich eingestuften Abfällen ab, die verfestigt wurden. Durch die Verfestigung, z. B. durch Zugabe von Bindemitteln, werden lediglich die physikalischen Eigenschaften verändert, so dass die Gefahrenmerkmale der verfestigten Abfälle grundsätzlich weiterhin zutreffen. Die Einstufung der verfestigten Abfälle ist im Einzelfall zu treffen, wobei die Aussagen dieser Vollzugshilfe zum Ausgangsabfall herangezogen werden können. Die gegebenenfalls entzündlichen Eigenschaften des Ausgangsabfalls treffen auf den verfestigten Abfall nicht mehr zu. Insbesondere die sehr giftigen, giftigen und umweltgefährlichen Abfalleigenschaften sind zu überprüfen.

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