Abstreiten – Beschönigen – Verharmlosen

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Dokumentation zu den Störfällen an der Konditionierungsanlage und zu dem Verhalten der Firma Terrag

10.01.2015:

Terrag-Sprecher Immesberger erklärt, die Anlage gebe nur 3 Gramm Staub pro Tag ab, das sei halb soviel wie ein moderner Holzofen.

07.02.2015:

Schwarzer Schnee: Die Firma Terrag verschmutzt ca. 7000 Quadratmeter mit schwarzem Staub. Sie informiert niemanden und unternimmt keinerlei Aktivitäten, den Schaden zu beseitigen.

09.02.2015:

Die Presse berichtet über die Verschmutzung.

10.02.2015:

Herr Immesberger erklärt, die Firma Terrag sei nicht der Verursacher, es habe keine Störung gegeben.

11.02.2015:

Die Zeitungen melden, dass im Auftrag des UBZ Proben gezogen wurden und in einem Labor genau analysiert werden.

12.02.2015:

Die Firma Terrag meldet sich: Es könnten beim Filterwechsel Aschepartikel verweht worden sein. Sicher sei das nicht, erst müssten die Proben ausgewertet  werden.

11.03.2015:

Obwohl die Firma Terrag die Ergebnisse der Untersuchungen kennt, bekennt sich die Firma immer noch nicht klar zu ihrer Verantwortung: „nicht auszuschließen“, „kurzzeitig zu einer Verwehung gekommen sein könnte“.

Die Menge sei gering; alles sei ungefährlich.

14.03.2015:

Die Bürgerinitiative Mörsbach macht die analysierten Mengen öffentlich: In 15 Meter Entfernung wurden 70,9 Gramm pro Quadratmeter, in 55 Meter noch 7,2 Gramm pro Quadratmeter gemessen. Somit liegt die Gesamtmenge deutlich über einem Zentner.

18.03.2015:

Die Firma Terrag bestreitet die von der BI errechnete Menge. Eine Gefährdung von Mitarbeitern sei wegen der Schutzkleidung grundsätzlich ausgeschlossen.

01.04.2015:

Die Firma Terrag bekennt sich nach heftiger öffentlicher Kritik erstmals ohne Relativierung zu ihrer Urheberschaft. Die Mengenberechnungen der BI erklärt sie für „hochspekulativ und völlig unrealistisch“. Eine eigene plausible Mengenberechnung legt sie nicht vor.

16.07.2015:

Zweiter Störfall: Eine Mörsbacher Bürgerin fotografiert eine Staubwolke über der Konditionierungsanlage.

21.07.2015:

Die Firma Terrag sagt, sie habe das Austreten von Staub zunächst nicht selbst bemerkt. Ursache sei ein sehr kleines verkrustetes Leck. Nur Restluft sei kurzzeitig entwichen, daher seien wohl „nur sehr geringe Mengen an Staub in die Umgebung gelangt.

Bilder des beschädigten Teils zeigen flächige Abplatzungen am Metall nach nur gut einem Jahr Betriebszeit. Das Bild der Staubwolke widerlegt die Erklärung der Terrag.

Der SWR sendet ein Interview mit Herrn Immesberger, in dem dieser die Modernität und Sicherheit der Anlage rühmt. Fast zur selben Zeit ereignet sich der dritte bekannt gewordene Störfall: Bürger beobachten eine gewaltige dunkelbraune Staubwolke über der Anlage. Beschäftigte arbeiten ohne Schutzkleidung bei geöffneten Filterklappen.

22.07.2015:

Herr Immesberger erklärt, der Vorfall hätte der Sicherheit gedient. „Die Arbeiter auf dem Silodach haben Filterklappen geöffnet um die Filter zu kontrollieren. Es ist unvermeidlich, dass dabei ein bisschen Staub austritt. Große Mengen können das aber nicht sein“.

Dies steht eindeutig in Widerspruch zu den Beobachtungen!

Der Verzicht auf die Schutzkleidung sei eine Entscheidung der Beschäftigten gewesen.

05.08.2015:

Die Firma Terrag spricht im Zusammenhang mit den Störfällen erneut von Partikeln. Sie verweist darauf, dass sie nicht verpflichtet sei,die Anlage so zu betreiben, dass nichts entweicht. Die Vorfälle werden verglichen mit dem Öffnen eines Sacks Zement.

 

Quellen: Artikel der Zeitungen Pfälzischer Merkur und Rheinpfalz

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