BI Mörsbach nimmt Stellung zum Messgutachten des UBZ

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13. März 2015

Der Bürgerinitiative Mörsbach wurde das durch den UBZ in Auftrag gegebene Gutachten zur Festellung des Verursachers des schwarzen Schnees ausgehändigt.

Besonders enttäuschend findet die BI, dass, obwohl durch das Gutachten die Firma Terrag klar als Verursacher des Störfalls hervorgeht, durch diese immer noch keine klare Verantwortung übernommen wird. Dies zeigt sich u.a. in den herausgegebenen Pressemitteilungen.

Die von dem Gutachter angefertigte Skizze zeigt eine verunreinigte Fläche von mindestens 7000 Quadratmeter. Laut Gutachten wurde in einer Entfernung von 15 Metern von der Konditionierungsanlage eine Staubbelastung von 70,9 Gramm pro Quadratmeter gemessen und in einer Entfernung von 55 Metern noch immer 7,2 Gramm pro Quadratmeter. Dabei handelt es sich keineswegs nur um einige Gramm oder Partikel, wie von Terrag in der Pressemitteilung verharmlosend dargestellt, sondern es wurde mindestens 1 Zentner Staub verweht. Eine solche Menge kann keinesfalls unbemerkt der Anlage entwichen sein. Wie konnte eine solche Menge freigesetzt werden? Daher fordert die BI eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse. Was ist an besagtem Wochenende genau passiert? Wurde die Anlage, wie vorgeschrieben, für den Wechsel der Filter abgeschaltet? Wurden die notwendigen Sorgfaltsmaßnahmen eingehalten? Seit Beginn ihrer Proteste befürchtet die BI, dass sich in den verarbeiteten Stäuben auch Dioxine und Furane befinden und diese in die Luft entweichen. Nach mehrfacher Aussage der Firma Terrag sind diese Stoffe nicht flüchtig, sondern an den Staub gebunden, also mit in die Landschaft verweht worden. Wieso wurden diese Stoffe im Gutachten nicht berücksichtigt? Die Bodenproben wurden lediglich auf Schwermetalle untersucht.

Im Gegensatz zur Darstellung des Geschäftsführers der Terrag, Herrn Scherer, liegt bei 70 Gramm Staubniederschlag im näheren Umfeld sehr wohl eine Gefährdung von Boden, Wasser, Mensch und Natur vor. Insbesondere die Mitarbeiter und Passanten rund um die Deponie scheinen bei solchen Mengen Schwermetall belastetem Staub erheblichen Gefährdungen ausgesetzt zu sein. Daher fordert die BI auch eine Untersuchung der Gesamtbodenbelastung, da bis zu 70 Gramm Mehrbelastung zusätzlich auf die durch andere Aktivitäten (Schlackenverarbeitung, Schwerlastverkehr, usw.) bereits beeinträchtigten Flächen hinzugekommen sind.

Weiterhin ist der Firma Terrag ein skandalöses Verhalten nach dem Vorfall vorzuwerfen. Es wurden seitens der Firma keinerlei Anstalten gemacht, den Schaden zu beheben. Zunächst wurde abgestritten, überhaupt der Verursacher zu sein. Und auch nach Feststellung der Verantwortlichkeit wird der Vorfall weiterhin durch beschönigende Formulierungen in der Presse heruntergespielt. Während der UBZ durch die Installation der Messstellen sich bemüht, Vertrauen in der Bevölkerung zurückzugewinnen, verspielt die Firma Terrag dieses durch ihr Verhalten und ihre Informationspolitik.

Die Geschehnisse und die im Gutachten angesprochene exponierte Lage im Zusammenhang mit den Windverhältnissen zeigen einmal mehr, dass eine solche Anlage an diesem Ort völlig deplatziert ist und dort nicht betrieben werden sollte. Außerdem sieht man nun, dass auf dem Gelände der Deponie doch nicht alles so unproblematisch abläuft, wie es ständig dargestellt wird. Aber nicht immer bringt der Schnee alles an den Tag!

Kategorie: Allgemein, Deponie
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